OTGO

mongolischenglischdeutsch

Dr. Ulrike Lorenz
Direktorin der Kunshalle Mannheim

Ershuu Otgonbayar – WHITE
Eröffnung Galerie Peter Zimmermann, 12.6.2015

Der  Gang über Grenzen, ein Wechsel der Kulturen verheißt Freiheit ebenso wie Gefahr. Wer die weglose Wildnis zwischen zwei Welten durchdringen will, tut dies auf eigenes Risiko. Er ist vor Überraschungen und Täuschungen nicht sicher. Jeder Schritt kann ein Scheitern sein oder die Chance, zu neuen Horizonten und Einsichten vorzustoßen. Und dies gilt immer für beide Seiten, in diesem Fall für den Künstler und den Betrachter seiner Bilder.

Wir stehen zwischen Leinwänden, die zu Landschaften werden. Fremde und doch seltsam vertraute Welten tun sich vor unseren Augen auf. Horizontlose Wildnisse, in denen sich geheimnisvolles Leben entfaltet. Figurenreiches Gewimmel, eingewoben in ein dichtes Gefüge aus sich mehrfach überlagernden Farbspuren.

Was von fern wie eine überraschend lebendige Wiedergeburt informeller Strukturen wirkt, erweist sich beim Näherkommen als löchriger Text auf der Höhe postmoderner Ironie und beim Herantreten an die Oberflächen als ein graphisch ausgeklügeltes Gewebe comic-artiger Figurationen in paradiesischer Unschuld und heiligem Ernst, also ohne jeden Hang zu Satire und Gegenwart.

Was wir hier sehen, ist im wahrsten Sinne des Wortes: vielschichtig. Wir sehen: ein lasierendes Aufeinanderstapeln abstrakter Farbverläufe einerseits und ein flächenhaftes Verknoten, Verwirbeln und Vernetzen feinziselierter, schablonenhafter Mensch-Tier-Agglomerationen andererseits. Und wir sehen: das virtuose Ineinanderschieben dieser beiden unvermischten und perspektivlosen Ebenen der Bildgestaltung – weit jenseits von Wahrnehmungskonventionen, die uns vertraut sind. Abstraktion und Figuration lösen sich nicht auf, sondern entfalten - unvereint - ihren vollen Antagonismus.

Aber statt, dass die Bildwelten explodieren und zerfallen, entspringt aus dem auf der Leinwand gebändigten Widerspruch ein unerwartetes, nie gesehenes Großornament: visuell flirrend, ikonografisch ambivalent. Faszinierend wirkt die ostentative Widersprüchlichkeit zwischen dem wuchernden Gestaltchaos und einer obsessiven Systematik.

Kurzum: Was wir sehen, entzieht sich dem eindimensionalen Zugriff von Beschreibung und Interpretation. Vorsicht also beim Betreten eines unbekannten Terrains, das zu Recht Neugier weckt.

Nur so viel lässt sich am Beginn unserer Reise ins Unbekannte sagen: Diese überraschenden Bilder sind HYBRIDE. Sie markieren einen unbestimmten Ort kultureller Überschneidung. Die Soziologie definiert Hybridität als ein Phänomen, das in Situationen auftritt, in denen antagonistische Denkinhalte und unvereinbare Logiken aus unterschiedlichen kulturellen, sozialen oder religiösen Lebenswelten zu neuen Handlungs- und Denkmustern zusammengesetzt werden. Vorzugsweise in diesen Situationen entsteht kulturelle Dynamik. Und - füge ich hinzu - in einer solchen Konstellation entsteht die Chance zu echter Erneuerung.

Ershuu Otgonbayar  - der sich als Künstler selbst Otgo nennt - wurde am 18. Januar 1981 am Rande Ulaanbataars, der Hauptstadt der Mongolei, als sechster Sohn des einfachen Arbeiters Erschüü geboren. Zwischen Zentral-, Nord- und Ostasien gelegen, ist das Steppen- und Halbwüstenland fast fünfmal so groß wie Deutschland und mit 3 Millionen Einwohnern der am dünnsten besiedelte unabhängige Staat der Welt. Jahrtausendelang lebten hier Nomaden, die Dschingis Khan Ende des 12. Jahrhunderts für kurze 70 Jahre zu einem Weltreich bündelte. Seitdem steht das Land unter dem geistigen Einfluss des Buddhismus und Lamaismus, alte Religionen die selbstverständlich die - nach der Sowjetunion zweitälteste - sozialistische Volksrepublik überlebten.

Der Maler Otgo wuchs mit sieben Geschwistern und einem Adoptivbruder am anderen Ende der Welt auf. Er zeigte früh seine künstlerische Begabung und studierte in den 1990er Jahren Malerei an der Kunsthochschule in Ulaanbataar. Danach widmete er sich sechs Jahre lang dem Selbststudium der traditionellen mongolischen Miniaturmalerei und arbeitete zeitweise als Restaurator. Und er machte sich auf den Weg zu den Quellen: zwei Jahre nomadisierte er durch seine Heimat, reiste zu Fuß und zu Pferd, mit Schiff und Flugzeug durch das ganze Land, in die verstecktesten Winkeln, zu Dörfern und Klöstern. Er traf auf die unterschiedlichsten Menschen und lebte mit seinen Lehrern zusammen. Seine Liebe zum Land und zur Religion seiner Väter wurzelt in dieser Zeit.

Otgo eignete sich die Techniken, Ikonografien und spirituellen Hintergründe der mongolischen Miniatur-Malerei in den buddhistisch-lamaistischen Klöstern im traditionellen direkten Lehrer-Schüler-Verhältnis an und begann, alle Malutensilien selbst herzustellen. Er wurde ein Meister in der Thangka-Malerei, die für ihn mehr Philosophie, denn Handwerk ist. Ein Thangka ist ein Rollbild des tantrischen Buddhismus (Lamaismus). Es wird zur Meditation in Tempeln oder Hausaltären aufgehängt und bei Prozessionen mitgeführt.

Otgo malte mit feinsten Haarpinseln ohne optischen Hilfsmittel auf winzigen diagroßen Formaten (6 x 7 cm) Hunderte von Buddhas, Bodhisattvas und Schutzgottheiten: Einzelfigurationen von filigranster Ornamentik. Seine geheimnisvollen Schwarz-grundierungen sind aus Ruß und Milchschnaps angemischt, die Farben bestehen aus mineralischen und pflanzlichen Pigmenten, gebunden mit Leim aus Yakhaut.

Otgo erfindet sich als Künstler innerhalb eines definierten Kanons neu. Malerei wird für ihn zur Meditation, ohne konkrete religiöse Intentionen. Er arbeitet im spirituellen Geborgensein der Vorstellung, dass die Energie durch die lebendige Gottheit auf ihn als Werkzeug übergeht. "Tangkamalerei bedeutet, dass der Geist malt, nicht die Hände, wie Meditation schenkt sie neue Kraft und Energie.“ Wenn der Maler erst ganz am Schluss den Gesichtern seiner heiligen Figuren Augen gibt, erwacht die Gottheit zum Leben.

Die wichtigste Grundlage für diese Malerei ist das natürliche Licht. In der Mongolei scheint an 300 Tagen im Jahr die Sonne. So wurde Deutschland zur Herausforderung. Denn Otgonbayar  siedelte nach staatlichen Auszeichnungen und Ausstellungen in aller Welt 2005 nach Berlin um und fing 2007 noch einmal ein Kunststudium an, diesmal im Institut für Kunst im Kontext an der Universität der Künste Berlin. Er schloss es 2010 mit dem Master of Arts ab.

Der Künstler erwarb auf diese Weise nicht nur die Kenntnis über Techniken, Ikonografien und das Selbstverständnis westeuropäischer Kunstgeschichte und Gegenwartskunst, er tauchte auch ein in die aktuellen Diskurse um Malerei und Medien, Moderne und Postmoderne. So ging er über Grenzen in eine neue Welt und erweiterte seine Horizonte, ohne die frühen Prägungen zu verdrängen. Otgo arbeitet in Deutschland nicht nur als Maler, sondern engagiert sich auch stark im künstlerischen und geistigen Austausch zwischen Europa und seiner Heimat. Mit seiner Galerie Zurag in Berlin bietet er einen künstlerisch geprägten Schutzraum an, an dem sich Ost und West treffen, wo die Wahrnehmung mongolischer Kultur ermöglicht wird und in dem auch der mongolische Ministerpräsident schon einmal absteigt.
 

In Deutschland fehlt das Licht, "der Himmel ist fast immer dunkel". Doch Deutschland wird nun der Ort, an dem Otgo in den fünf Jahren nach dem zweiten Studienabschluss seinen originären Hybridstil entwickelte, in dem nichts vermischt und aufgelöst wird, sondern sich die kulturellen Prägungen zweier Welten gegenüberstehen: im Bild und als Bild bezwungen.

Otgo bringt die technische Virtuosität und die ikonografischen Tradition der mongolischen Miniaturmalerei, die er innerhalb seines heimatlichen Kulturkreises bereits zeitgenössisch interpretiert hat, ein in die westliche Tradition einer auf die eigenen Bildmittel bezogenen, selbstreferentiellen Kunst, die seit Manet und dem Impressionismus den Weg in die Abstraktion gegangen ist. Mit der Durchdringung dieser zwei entgegengesetzten Bildbegriffe gestaltet Otgo eine Synthese. Seine Malerei erweist sich als ein eigenständiges visuelles Phänomen. Die bewusst herbeigeführte und künstlerisch auf hohem Niveau bewältigte Situation der Hybridität in der Überlagerung zweier Kulturen wird zum Einfallstor für Neues.

Zu beobachten ist, dass die aktuelle Entwicklung Otgos zu größerer ikonografischer Freiheit und Abstraktion geht. Das graphische Wimmel-Drama, die Kamasutra-Erotik wird zugunsten eines beruhigten Figurenkosmos in paradiesischer Verschlingung zurückgenommen. Die malerische Textur tritt als gleichberechtigter Partner immer stärker in die Bildfindung ein.

Nach einer Phase intensiver zeitgeistiger Neon-Farbigkeit, weisen im Moment pastellhafte Grundtöne stärker auf die Fläche zurück. Dafür nehmen die malerischen Strukturen gestische Züge und experimentellen Charakter an. Die einzelnen Bildelemente lösen sich mehr und mehr auf und bilden hybride Mischformen, die sich in Wellenbewegungen und Meta-Mustern über die homogeneren Bildoberflächen ziehen.

So stehen wir heute vor expressiver Acrylmalerei mit filigranen Tuschzeichnungen auf Baumwoll-Leinwänden. Zebraschwärme, von Frauenkörpern in Streifenkostümen begleitet, entfalten einen op-artigen Wirbel. Pinguinkolonien scheinen in informellen Texturen auf, um im eisblauen Orkus zu verlöschen. Unüberschaubare Pferdeherden galoppieren über türkisfarbene Steppen einem Abend der Existenz entgegen, wunderbar im Licht des letzten Ausstellungsraums changierend. Im titelgebenden Triptychon „white“ entdecken Sie zwischen schneeigen Farbgittern ein ornamentales Gewimmel nackter Menschenkörper und mongolischer Tierwelt mit Gazellen und Wildziegen, Schneehasen und Schneeleoparden. Zu Recht zwergenhaft wirkt der Mensch im Universum der Bilder. Die traditionsgemäß ohne Lupe gemalten Figurationen fügen sich in der Fernwirkung zum textilen Gewebe zusammen. In diesem Kosmos ist alles einer unablässig transformierenden Bewegung unterworfen, die wie der Atem eines Gottes durch die Elemente geht.

Ershuu Otgonbayar  hat sich zu einem selbstbewussten zeitgenössischen Künstler im westlichen Kontext entwickelt, der die Kunstentwicklung seiner Heimat von hier aus inspiriert. Mit Recht kann man ihn daher wohl als bedeutendsten mongolischen Künstler der Gegenwart bezeichnen. Doch aus meiner Sicht ist er mehr: Vertreter einer internationalen Malergeneration im Zeitalter der Post-Postmoderne. Er sorgt innerhalb der zeitgenössischen nachmedialen Malerei für einen Erneuerungsimpuls. Ein Impuls, der die Ebenen von Bild und Bedeutung beim Ineinanderschieben durchlässig macht. Wir erleben eine malerische Sprache, die komplex, expressiv und originär ist - ein Oeuvre, das uns bezaubert und verblüfft.                    
                                    © Ulrike Lorenz 2015


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OTGO is The Winner of GRAND PRIX
of The International Biennale of Painting Chisinau-2015

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Masterarbeitsthema:

„Der heutige Dschingis Khan-Kult der Mongolei im Spiegel des Comics von OTGO, des mongolischen Künstlers Otgonbayar Ershuu“

Masterarbeit von Ariane Sauer
Universität Heidelberg - Philosophische Fakultät (2014)


Zusammenfassung:

In der Mongolei existiert seit den letzten 25 Jahren wieder eine starke Rückbesinnung zur mongolischen Geschichte und auf Dschingis Khan (um 1155-1227), dem ersten Großkhan. Er vereinte am Anfang des 13. Jahrhunderts die mongolischen Stämme und schuf ein zentralasiatisches Großreich. Unterlagen Person und Wirken Dschingis Khans unter sowjetischer Einflussnahme bis in die 1990er Jahre einer politischen und kulturpolitischen Ächtung, wurde er nun mit seinem Namen und seinem Bild eine bis zum Überdruss strapazierte nationale Identifikationsfigur in der heutigen Mongolei. Die Arbeit geht zum Beispiel den Fragen nach wie sich dieser Kult in den mongolischen Künsten, speziell in der Bildenden Kunst äußert oder inwiefern der heutige Dschingis Khan-Kult den bekannten mongolischen Künstler OTGO zu seinem Comic-Werk „Die Geheime Geschichte der Mongolen“ inspirierte. Nach einer Schilderung des historischen Hintergrundes der Mongolei im 20. Jahrhundert und Informationen zum Literaturdenkmal „Geheime Geschichte der Mongolen“ (1228/1240) analysiert die Arbeit ausgewählte Bilder des Comics von OTGO nach Ikonografie, Form und Stil, bestimmt OTGOS Gestaltungsmittel und die Stellung des Comics innerhalb der Gattung. Die Arbeit beinhaltet zudem eine Gegenüberstellung von OTGOS „Dschingis Khan-Bild“ im Comic und europäischen Comicdarstellungen wie die des belgischen Künstlers Griffo und des französischen Künstlers Patrick Cothias von 1997 (in drei Bänden erschienen).




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Dr. Mathias Richter
Quelle: Märkische Allgemeine - Zeitung am Montag, den 21.Juli 2014


FARBENTEPPICHE AUS MENSCHEN
Das Museum Baruther Glashütte zeigt Arbeiten des mongolischen Künstlers Otgonbayar Ershuu

Baruth – Allein die Fläche ist überwältigend. Sechseinhalb Meter lang und mehr als zwei Meter hoch ist das farbenprächtige Gemälde. Bei jedem Schritt des Betrachters fängt es an zu flimmern. Die vielen kleinen pixelartigen Punkte beginnen sich zu bewegen. Ganze Flächen und Konturen schieben sich nach vorne, andere treten in den Hintergrund. Erst aus der Nähe wird klar, was hier in Wirklichkeit zu sehen ist: Menschen, Menschen, Menschen, dazwischen hin und wieder Tiere in einem wilden Durcheinander – filigran gemalt in Acryl auf einer Baumwollleinwand.

Hun“ heißt das Bild und gibt zugleich den Titel für die kleine Ausstellung des mongolischen Miniaturmalers Otgonbayar Ershuu, der sich den kurzgriffigen Künstlernamen Otgo gegeben hat. Am Wochenende wurde sie im Museum Baruther Glashütte (Teltow-Fläming) eröffnet. Hun bedeutet auf Deutsch „Mensch“ und der steht im Zentrum von Otgos Arbeiten. Feingliedrig gemalt, so zart, dass für die Details schon fast eine Lupe benötigt wird, wandern sie über das riesige Bild. Der Mensch ein Zwerg im Kosmos, der aber massenhaft auftritt und daher auf dem Planeten Erde kaum noch Platz für andere Wesen lässt. Die wenigen Tiere, die auf dem riesigen Rollbild zwischen tausenden Menschen hervorlugen, sind in den Hintergrund gedrängt. Aber auch der abgebildete homo sapiens wird nackt und damit in seiner ganzen Verletzlichkeit gezeigt. Ein Gewimmel von Körpern, die sich lieben, streiten, hassen, bekämpfen, anerkennen.

Otgos Arbeiten lassen sich durchaus als Zivilisationskritik aus der Perspektive einer teilweise noch vorindustriellen Welt verstehen. Sieben recht unterschiedliche Werke des seit 2005 in Berlin lebenden Künstlers zeigt die Baruther Schau. Neben dem Riesenwerk ein gerade erst entstandener vierteiliger Zyklus von Acrylbildern. Menschen und Tiere tauchen in neonfarbenen Konturen auf dunklem Grund hinter großflächigen Schraffuren auf. Die Oberflächenstruktur erinnert trotz ihrer grellmodernen Kolorierung an traditionelle Teppichmuster.

Überhaupt: Die Tradition ist der Pool, aus dem der 1981 in der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator geborene Künstler schöpft. Angefangen hat er mit der klassischen Miniaturmalerei seiner Heimat, den sogenannten Thangkas, winzigen Bildern von Göttern der lamaistisch-buddhistischen Religion. Die etwa in der Größe eines Dias auf Baumwolle gefertigten Abbildungen werden ohne optische Hilfsmittel gezeichnet und koloriert. Im letzten Arbeitsschritt entsteht das Gesicht, womit der Gottheit rituell die Augen geöffnet werden.

Otgo hat diese Maltechnik aus ihrem religiösen Hintergrund gelöst und schafft damit beeindruckende Werke zeitgenössischer Kunst. In Baruth sind drei seiner Miniaturbilder aus den späten 90er-Jahren zu sehen. Sie sind an den Außenwänden eines kleinen Kabinetts angebracht. Drinnen liegt hinter Glas eine ganz besondere Arbeit des Künstlers. Ein nur 30 auf 20 Zentimeter großes Kamasutra-Gemälde, Tempera auf Baumwolle. Die erotischen Handlungen von 1200 Menschen sind abgebildet. Mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Doch der Künstler hat für die getrübten Augen der Europäer eine Lupe dazugelegt.

Hun = Menschen. Gemälde von Otgonbayar Ershuu. Bis 31. August. Museumsdorf Baruther Glashütte, Hüttenweg 20, Baruth/Mark.



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-AVINTH FILM BERLIN PRÄSENTIERT EIN FILM VON TOBIAS WULFF 'ZURAG'-ZURAG Film von Tobias Wulff

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Dr. Georg Goes
Museumsleiter, Museum Baruther Glashütte

Medieninformation: Museum und Glasstudio Baruther Glashütte
"HUN = Menschen"  – Gemälde des mongolischen Künstlers Otgonbayar Ershuu

Museum Baruther Glashütte, 19.7.-31.8.2014

Diese  Sonderausstellung könnte auch den provokanten Titel „Die Mongolen kommen“ tragen. Sie zeigt vom 19. Juli bis zum 31. August 2014 Werke des mongolischen Künstlers Otgonbayar Ershuu. OTGO, Jg. 1981, studierte an der Universität der Künste in Berlin. Zuvor hatte er in seinem Heimatland als Miniaturmaler gewirkt. Die religiösen Auftragsarbeiten ermöglichten OTGO gerade durch ihre klaren Regeln und einen engen Bezug zur Tradition eine Reifung und Etablierung als Maler der Moderne und wirken bis in seine gegenwärtigen Werke hinein.
Die Bedeutung der Meditation wird sowohl in der mongolischen respektive buddhistischen Miniaturmalerei, als auch im aktuellen Werk des renommierten zeitgenössischen Künstlers nachhaltig spürbar. Die Entwicklung von der religiösen Auftragskunst zur zivilisationskritischen monumentalen Acrylmalerei lässt sich in der Schau gut nachvollziehen. Neben kleinen Blättern mit buddhistischen Gottheiten und einer Kamasutra-Miniatur zeigt die Ausstellung auch ein selten gezeigtes Rollbild mit den beeindruckenden Maßen von etwa 6,5 x 2 Metern. In beiden Fällen spielen der Malprozess und die verwendeten Werkzeuge eine zentrale Rolle für die Motivfindung. Miniaturen die sich auf eine zeitgenössische Art und Weise mit der Welt des Kamasutra auseinandersetzen, nehmen eine Sonderstellung ein. Während die filigrane Thanka-Motivik der religiösen Miniatur eine Gottheit in den Mittelpunkt stellt, zeigen das Rollbild und vier weitere Werke aus OTGO’s aktueller Schaffensphase, Myriaden von Einzelgestalten: Menschen fressen einander und bekämpfen Löwen, daneben sehen wir Bären und Elefanten, die, in Ihrer Erhabenheit bedrängt, als „Könige der Tiere“ verdrängt werden. Die traditionsgemäß ohne Lupe gemalten Figuren OTGO’s fügen sich zu einem beinahe textilen Gewebe zusammen, das von großer Farbenpracht und Fernwirkung ist. Vier weitere großformatige Tafelgemälde betören durch Farben und Motivik, die die Natur und ihre Gefährdung darzustellen scheinen.

OTGO zeigt seine Werke im Museumsdorf Baruther Glashütte auch deshalb, weil die Stadt Baruth/Mark eine Partnerschaft mit der mongolischen Stadt Morun (Mörön) unterhält. Als zweiter geeigneter Anlass, die Malerei OTGO einem weiteren Publikum vorzustellen, kann auch das vierzigjährige Jubiläum der mongolisch-deutschen diplomatischen Beziehungen gelten.

Die Eröffnung findet am 19. Juli 2014 um 15 Uhr statt im Ausstellungshaus am Hüttenbahnhof im Museumsdorf Baruther Glashütte. Es werden Gäste aus der mongolischen Botschaft erwartet.

Am 10. August, 15 Uhr, hält der Künstler den Vortrag: „Die Miniaturmalerei der Mongolen“.

Museum Baruther Glashütte, Hüttenweg 20, 15837 Baruth-Glashütte
Tel. 03370/980914; info(at)museumsdorf-glashuette.



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Dr.Martin Stather
Leiter des Mannheimer Kunstvereins

Otgonbayar Ershuu

Eröffnung Galerie Zimmermann, 28.3.2014

Die Mongolei ist in unserer Wahrnehmung der Welt kaum vorhanden, was beinahe unbegreiflich ist. Dabei umfasst ihr Staatsgebiet eine Fläche, die etwa viereinhalb Mal so groß ist wie die Bundesrepublik mit jedoch insgesamt nicht mehr als 3.18 Millionen Einwohnern. Etwa 40 % davon leben in der Hauptstadt Ulan Bator (Ulaanbaatar) – der Rest ist Schweigen. Diese himmlische Abgeschiedenheit vermag man sich hier gar nicht vorzustellen. Vielleicht gerade weil die Mongolei in der Weltpolitik keine prominente Rolle spielt, sollte das Interesse dafür umso größer sein.
Aber auch historisch hat die Mongolei viel zu bieten: unter Dschingis Khan war sie das flächenmäßig größte zusammenhängende Weltreich der Geschichte.
In der Neuzeit ab ca. 1600 war die Mongolei ein Zentrum buddhistischer Kunst in Anlehnung an indisch-tibetische Kunsttraditionen. Besonderheiten dieser Kunst, und damit kommen wir gleich zu Otgo, wie wir den Künstler nennen dürfen, Besonderheiten dieser Kunst also sind die Thangka, Bildrollen zur Zierde von Klöstern, die, im Gegensatz zur übrigen buddhistischen Kunst, die Darstellung von Tieren mit einbindet.
Otgo ist der wichtigste zeitgenössische Maler der Mongolei heute. Seine Arbeiten bezaubern durch eine Leichtigkeit und Frische, die einzigartig sind. Menschen und Tiere begegnen uns da, die im kleinformatigen Reigen die oft großen Flächen seiner Malerei füllen. Es ist immer ein schwieriges Unterfangen, die Kunst eines fremden Kulturkreises zu beurteilen und zu würdigen, insbesondere, wenn uns die Traditionen fremd sind. Also sehen wir zwangsläufig die Kunst mit unseren Augen, die mit unserer eigenen Kultur befrachtet sind, übersehen Dinge oder nehmen sie anders wahr. Auf einem Bild der Heiligen Familie würde jemand, der nichts vom christlichen Kulturkreis weiß, nur eine Familie wahrnehmen. Mit dieser Beschränkung müssen wir mehr oder weniger leben.
Die Malfläche weist zunächst einmal, grob gesagt, zwei Schichten auf. Ich sage „grob gesagt“, weil zumindest die Malschicht aus vielen Schichten oder Folien besteht, dazu gesellt sich die Figuration, die jeweils durch einen klaren Kontur zur Malfläche hin abgegrenzt wird. Oft besteht die Farbigkeit aus nur zwei oder drei Farben, allerdings in vielen Schattierungen. Das erweckt leicht den (falschen) Eindruck einer Monochromie, die allerdings die Bildfläche beruhigt, die durch Spuren laufender Farbe dynamisiert wird. Diese Laufspuren erzeugen einen starken visuellen Sog, der in direkten Bezug zur Figuration gesetzt wird. Die Menschen, Frauen und Männer, sind in paradiesischer Nacktheit wiedergegeben. Damit sind sie der Zeit entrückt, es wird kein Bezug zu einer bestimmten Epoche gesucht. Die Tierwelt ist vielfältig – wir sehen vorherrschend Pferde, da tummeln sich aber auch Enten, Reiher, Fische Wölfe, Pelikane, Hirsche und so weiter. Divergierende Richtungen im Bild erzeugen eine Dynamik und Lebendigkeit, der man sich kaum zu entziehen vermag. Da sind einmal die Laufspuren der Farbe, die oft tänzerischen Bewegungen der Menschen und der Tiere. Mensch und Tier sind dabei immer in Beziehung zueinander gesetzt, reagieren aufeinander und so entsteht ein Reigen, einem Strudel gleich, der den Betrachter mitzieht. Die Farben sind in kräftigen, hellen Tönen gehalten, meist in Übergängen zwischen zwei oder drei Farben, Rot/Gelb, Orange/Gelb, Grün/Blau und Grün/Rosé etwa. Der Ausstellungstitel, „Rot und Blau“, rekurriert auf diesen Fakt.
In den etwas älteren Arbeiten treten zur Figuration Tier/Mensch noch Pflanzen hinzu, Blumen und Gräser, die einen ornamentalen Gesamteindruck der Bildflächen noch verstärken.
Ein beinahe undurchdringliches malerisches Geflecht präsentiert sich da auf der Leinwand, ein Dickicht aus Figuration und malerischer Fläche, das zum genaueren Studium stets einlädt. Was es da alles zu entdecken gibt, kann man kaum mit den Augen fassen, immer neue Szenen führen den Blick über die Malfläche.
Otgo hat nach einem Studium für Malerei in langen Jahren des Selbststudiums die traditionellen Maltechniken und Ikonografien mongolischer Miniaturmalerei erlernt und dann in einer ganz eigenen, zeitgenössischen Umsetzung für sich adaptiert. Den meditative Malakt der Thangkamalerei, bei dem ein Gottesbild in einem Arbeitsschritt gemalt wird, hat der Künstler folgendermaßen beschrieben: „Thangkamalerei bedeutet, dass der Geist malt, nicht die Hände, wie Meditation schenkt sie neue Kraft und Energie.“
Die Bewegung des Bildes, die aus dem Geist in die malende Hand fließt, ist am Ende die immerwährende Bewegung des Lebens selbst, aber auch die Befreiung von einer materiellen Welt auf dem Weg zu einer geistigen Welt.
Die Arbeiten dieses mongolischen Künstlers, der übrigens seit 2005 in Berlin lebt, dürfen mit Fug und Recht zu einer Weltkunst gezählt werden, die alle Kulturen umfasst. Er hat nicht nur die Kunst seiner mongolischen Heimat konsequent in die Jetztzeit geführt und ist in der Welt ein kultureller Botschafter seines Volkes, er steht auch für eine junge, globale Generation, die regionale Traditionen achtet und gleichzeitig international agiert. In einer sorgsamen und sehr gelungenen Art und Weise blendet er westliche und östliche künstlerische Traditionen ineinander und schafft so eine Kunst, die in der Globalisierung angekommen ist.



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Galerie Peter Zimmermann
Mannheim 2014
Pressemitteilung:
Otgonbayar Ershuu – Tsenher Ulaan   
  
Mit der Ausstellung Tsenher Ulaan präsentiert die Galerie Peter Zimmermann erstmals Arbeiten des 1981 in Ulan Bator/Mongolei geborenen Künstlers Otgonbayar Ershuu (OTGO).   
  
Von 1996 – 1998 studierte OTGO in Ulan Bator traditionelle mongolische Malerei und konzentrierte sich dabei auf Maltechniken und Ikonografien die in der Mongolei durch das seit Jahrtausenden bestehende Nomadentum stark beeinflusst wurden. Insbesondere die Miniaturmalerei hat sich in der traditionellen mongolischen Kunst zu einem wichtigen Zweig entwickelt.   
     
Forschungsreisen, die den Künstler während und nach dem Studium als Maler und Restaurator zu historischen Stätten seines Landes führten, hatten in ihm ein großes Interesse an der Miniaturmalerei geweckt. Da es jedoch keinen Studiengang für dieses Fach gab, begann OTGO ein sechsjähriges Selbststudium. In buddhistisch-­ lamaistischen Klöstern studierte er eingehend die verschiedenen Techniken und die Ikonografie der Miniaturmalerei sowie deren spirituelle Hintergründe.   
Ergebnis seines engagierten Selbststudiums waren ca. 600 malerische Studien der traditionellen Thangka- ­Malerei, die eindrucksvoll zeigen, wie vertraut der junge mongolische Maler mit den kulturellen Traditionen seines Landes ist.   
  
Durch seine Studien hat OTGO die Miniaturmalerei zu einer neuen Blüte weiterentwickelt. Aus der Nähe kann der Betrachter in den Gemälden in eindrucksvolle Paradieslandschaften, Erotika und Pferdehorden eintauchen – detaillierte Szenerien mit völlig eigenständiger Bedeutung. Aus der Distanz hingegen setzen sich diese kleinen Szenerien zu einem großen Ganzen zusammen und beeindrucken durch rhythmische Bewegungsmuster, die sich über die gesamte Bildfläche ziehen.   
  
Im Jahr 2004 erhielt OTGO die Auszeichnung zum „Best Mongolian National Talent“. Seit 2005 lebt er als freischaffender Künstler in Berlin, wo er 2010 seinen Master in „Art in Context“ an der Universität der Künste machte. Mit der Miniaturmalerei geht er weiterhin konsequent seiner großen Leidenschaft nach und führt seinen eigenen unverkennbaren Stil fort.   
  
In der Ausstellung werden aktuelle Arbeiten aus den Jahren 2013 und 2014 präsentiert. Jede einzelne Leinwand zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie es dem Künstler gelungen ist, die traditionelle Miniaturmaler in einen zeitgenössischen Kontext zu übertragen.  
(Text als PDF)

 
Vernissage: Freitag, 28. März 2014, 19.00 – 21.00 Uhr.   
Der Künstler ist anwesend.   


Zur Begrüßung spricht Seine Exzellenz Herr Bolor Tsolmon, Botschafter der Mongolei.


Einführende Worte spricht Dr.Martin Stather, Leiter des Mannheimer Kunstvereins.




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Dr.Rolf Lauter
@ artlabmannheim, Mannheim, Germany 2013

Otgonbayar Ershuu wurde am 18. Januar 1981 in Ulaanbaatar / Mongolei geboren. Seine große Begabung für die Zeichnung und Malerei wurde bereits früh erkannt und im Alter von 15 Jahren hatte er seine erste Einzelausstellung. Von 1998 bis 2001 studierte OTGO in Utaanbaatar traditionelle mongolische Malerei. Nach dem Studium beteiligte er sich als Maler und Restaurator an mehreren Forschungsreisen zu historischen Stätten der Mongolei. In den buddhistisch-lamaistischen Klöstern studierte er verschiedene Techniken, die Ikonografie der Miniaturmalerei sowie deren spirituelle Hintergründe.

Seit 2005 lebt und arbeitet OTGO in Berlin. 2007- 2010 studierte er im Institut für Kunst im Kontext, Fakultät Bildende Kunst, Universität der Künste Berlin und hat sein Studium 2010 als Master of Arts abgeschlossen. Seine internationale Ausstellungstätigkeit begann 2001.

Die erste große Werkgruppe OTGOS sind die Thangkas, d.h. Miniaturmalereien, deren Inhalte aus den Götterwelten des Schamanismus, Tengrismus und Buddhismus abgeleitet sind, welche der Künstler ohne Vorzeichnung direkt auf eine speziell grundierte Leinwand aufträgt. Die Grundierung der Leinwände besteht aus einer Mischung aus schwarzem Ruß, Kreide und Wodka oder Milchschnaps. Dieser Mischung werden Pigmente aus Mineralien oder Pflanzen beigefügt. Schließlich wird die Mixtur mit Leim aus Yakhaut gebunden und beidseitig auf die Leinwand aufgetragen. Unter Anwendung der von OTGO entwickelten speziellen Technik und im Zustand höchster Konzentration entstanden etwa 600 Thangkas. Auffällig ist die meist erotisierte Darstellung der Bildthemen. Ein Leitsatz des mongolischen Glaubens ist das Erreichen der „All – Einheit“ durch die Überwindung aller Gegensätze der realen Erscheinungswelt.
 
Eine zweite Werkgruppe besteht aus den etwa 600 Seiten an comicartigen Illustrationen der „Geheimen Geschichte der Mongolen“, die vor ca. 800 Jahren verfasst wurde. Sie ist das älteste und bedeutendste Literaturwerk der Mongolen, Mythos, Epos und Chronik zugleich. Mit seinen Miniatur-Illustrationen wollte OTGO dieses wichtige Werk für alle Altersgruppen seiner Kultur einfacher lesbar machen.

Schon als Kind träumte ich bunt, von Blumen und sich tummelnden Menschen, von Leichtigkeit und Unbeschwertheit, vom Paradies.“ (OTGO)
 
Seine dritte und jüngste Werkgruppe, die mit der Entstehung des großformatigen Bildes „HUN“ (2010 – 2012) beginnt, könnte man mit dem Titel „Paradiesbilder“ umschreiben.  „HUN“ ist ein All-Over-Painting aus annähernd 12.000 miteinander verwobenen Menschen und Tieren, gestaltet als ein panoramaartig verdichteter, vibrierender Mikrokosmos. Menschen und Tiere sind miniaturhaft-individuell gezeichnet, verschmelzen im Bild allerdings in einer farbenfrohen bewegungs-suggestiven Gesamtkomposition zu einem Spiegelbild der an Harmonie orientierten mongolischen Kultur.

Die in Mannheim präsentierten Bilder zeigen fliegende, schwimmende, rennende Menschen und Tiere, vereinzelt und zu Gruppen verdichtet, eingebunden in einen Kosmos aus koloristisch prägnant in Szene gesetzten Naturelementen. Alles ist in Bewegung, Veränderung, Transformation. OTGOS Bilder lassen uns in malerisch ausdrucksvoller Sprache eine Vorstellung vom Gleichklang zwischen Mensch und Natur in von der Zivilisation teilweise noch unberührten Räumen spüren, Räumen eines irdischen Paradieses, das in mancherlei Hinsicht mit unserer westlichen Vorstellung von einer ganzheitlichen Harmonie im Einklang ist.



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Martina Busch
Galerie ZURAG Berlin, 2010-2012

Otgonbayar Ershuu ist 1981 in der Mongolei geboren. Bereits als kleiner Junge beginnt er zu malen. Sein häufigstes Motiv sind die Pferde. Das Nationaltier der Mongolen, verbildlicht er in kindlichen Zeichnungen und Malereien. Kleine Kinder lernen in der Mongolei reiten, bevor sie laufen können. So entsteht eine natürliche Vertrautheit zu diesen Tieren, welche in Otgonbayars Gemälden zu sehen und zu spüren ist.

Die Leidenschaft am Malen trägt Otgonbayar durch seine Schulzeit, bereits mit 15 Jahren stellt er seine Werke zum ersten Mal im „Kulturpalast der mongolischen Kinder“ in Ulaanbaatar aus. Der Schulalltag hingegen fällt dem jungen Künstler schwer, in Schaffensperioden kommt es zu langen Fehlzeiten. Schon vor Bestehen seines Abiturs erteilt ihm die Universität in Ulaanbaatar, die sichere Zusage auf einen Studienplatz, auf Grund seiner außergewöhnlichen künstlerischen Fähigkeiten.

Von 1996 bis 1998 studiert Otgonbayar „Traditionelle mongolische Malerei“ und erhält das Diplom als Kunstmaler. Seiner Verbundenheit der mongolischen Heimat gegenüber folgend, möchte er nun die traditionelle Miniaturmalerei erlernen, da jedoch in diesem Genre kein Studiengang angeboten wird, begibt sich der junge Künstler in ein sechsjähriges Selbststudium.

In den Jahren von 1998 – 2004 bereist Otgonbayar alle historischen Stätten der Mongolei und nimmt an zahlreichen kulturellen und sozialen Projekten teil. Als Mitarbeiter der „Mongolischen Gesellschaft zum Kampf gegen Armut“ gibt er Workshops für Kinder. Als Restaurateur kämpft er gegen den Verfall des mongolischen Kulturguts und im disziplinierten Selbststudium erlernt er die traditionellen Techniken und Ikonographien mongolischer Miniaturmalerei. Eine dieser traditionell mongolischen Techniken ist die Tangkamalerei. Bei dieser meditativen Malweise geht es darum kleine Gottesbilder zu fertigen. Jedes Bild muss in einem Arbeitsschritt entstehen, als Letztes werden die Augen des Gottes gemalt, sind diese fertig ist die Arbeit abgeschlossen. Das abschließende Öffnen der Augen, lässt die Gottheit „erwachen“.
 
Otgonbayar fertigte 600 Gottesbilder in der traditionellen Tangkatechnik an. Er selbst sagt: „Tangkamalerei bedeutet, dass der Geist malt, nicht die Hände, wie Meditation schenkt sie neue Kraft und Energie.“

Seit 2005 lebt Otgonbayar als freischaffender Künstler in Berlin. Neben seinem Masterstudium „Art in Context“ an der Universität der Künste, geht er konsequent seiner großen Leidenschaft der Malerei nach. Aus den erlernten traditionellen mongolischen Techniken entwickelt der junge Künstler seinen eigenen unverkennbaren Stil moderner Miniaturmalerei.

Die wichtigste Grundlage der Miniaturmalerei ist das natürliche Licht. In der Mongolei scheint an ca. 300 Tagen im Jahr die Sonne. Deutschland hingegen ist eine Herausforderung - Der Himmel ist fast immer dunkel.“ (Otgonbayar)

Otgonbayar nutzt für seine Gemälde keine optischen Hilfsmittel, spezielles Training ermöglicht ihm das Malen mit bloßen Augen, trotz erschwerter Lichtverhältnisse.

Es ist schon beeindruckend mit welcher Präzision und Liebe zum Detail Otgonbayar seine Leinwände füllt. Lebendige, farbenfrohe Paradiesbilder, Erotika und Pferdehorden verzaubern die Bildfläche in phantasievolle Kompositionen, fesseln und fordern auf diese Welten der Miniaturmalerei zu erkunden. In Tempera auf Leinwand kreierte Otgonbayar detaillierte Gemälde von atemberaubender Filigranität,  seine neusten Werke präsentieren eine ganz neue Welt seines Schaffens. In Acryl auf Leinwand komponiert der junge Künstler ein faszinierendes Nebeneinander aus detaillierter Miniaturmalerei und bewegter Abstraktion der Bildelemente.

Am 25. September 2010 eröffnet Otgonbayar, als erster Mongole eine Galerie außerhalb der Mongolei. Der Name der Galerie definiert seine Philosophie. Das mongolische Wort ZURAG bedeutet Bild, Gemälde, Zeichnung, Fotografie und Darstellung – kurz es ruft auf zur Vielseitigkeit! In den Räumlichkeiten der ZURAG Galerie soll mehr als eine Kunstausstellung entstehen. ZURAG soll ein Ort des kulturellen und künstlerischen Austauschs werden, bei dem die Wahrnehmung für die mongolische Kultur sensibilisiert wird.

„Dröhnende Hufe“ heißt Otgonbayars aktuelle Ausstellung: Ein aufregender Querschnitt durch die Tempera- und Acrylgemälde des jungen Künstlers.

Otgonbayar Ershuu ist mittlerweile „Ein Mongole mit tausenden von Pferden…“, die in bunten Herden, dröhnend, über seine Leinwände galoppieren und uns in ein facettenreiches Miniaturuniversum tragen.

Minimundus erklärt uns die Welt, Otgonbayar wird uns die Mongolei, das Land der Pferde, erklären. Wer sonst sollte es tun, wer sonst malte eine halbe Millionen Pferde?


Otgonbayar Ershuu und die Glaubenswelt Mongolei
Die Frage welche Religion in der Mongolei, den Alltag der Menschen bestimmt, ist nicht so leicht zu klären. Es scheint viel mehr, als wurden Elemente verschiedener Religionen, wie Kochzutaten in einen großen Topf gegeben und zu einem individuell abgestimmten Festmahl zubereitet. So entstand eine religiöse Mischform, die fasziniert und uns doch teilweise geheimnisvoll, nicht greifbar, experimentell erscheint. Die ursprüngliche Religion war der Tengerismus. Als Naturreligion reagiert sie direkt auf das Handeln und Wirken der Menschen. „Vater Himmel“ wacht über das Land, schützt und straft, wie ein Vater als Oberhaupt der Familie. „Mutter Erde“ oder auch „Mutter Land“ ist die Quelle des Lebens, lässt entstehen, versorgt und zieht heran, wie die Mutter ihre Kinder, unter den strengen, weisen Augen des Vaters. Der Himmel ist das Zentrum mongolischer Welt- und Glaubensvorstellungen, allgegenwärtig, spielt sich unter seinen Augen rechtes und unrechtes menschliches Handeln ab und wird belohnt oder gestraft. Dieser Ursprung mongolischer Weltanschauung ist bis heute ein Grundbaustein des mongolischen Glaubens. Ein weiterer Grundbaustein ist der Schamanismus.
Nur wenige Menschen haben die Fähigkeiten des Schamanen, als Mittler zwischen Diesseits und Jenseits das Verhältnis zwischen Himmel und Erde, Göttern, Geistern und Menschen im Gleichgewicht zu halten. Im 16.Jh. erhielt der Buddhismus Einzug in die mongolische Glaubenswelt, jedoch ließen sich Tengerismus und Schamanismus nur scheinbar verdrängen, vielmehr wurden sie integriert und prägen bis heute die Glaubenswelt der Mongolei.
Gegenwärtig sind ein Großteil der mongolischen Bevölkerung Buddhisten, jedoch praktizieren sie einen ganz eigenen Buddhismus, ein individuell zubereitetes Festmahl nach traditionell, mongolischem Rezept.
                             
OTGO (Otgonbayar Ershuu) hat seinen ganz eigenen Blick auf Religion und Glaubenswelten. Als kleiner Junge ging er auf eine buddhistische Klosterschule, er sollte „Lama„ werden. Doch bereits damals wusste er, dass sein Leben einen anderen Weg einschlagen würde.
Er selbst sagt von sich, dass er keine Religion habe. Was ihm jedoch aus der Klosterzeit geblieben ist, sind Respekt und Faszination für die traditionellen Arbeitstechniken buddhistischer Kunst.
In jahrelanger Arbeit machte er sich diese Techniken zu eigen, zeichnete 600 Gottheiten en miniature und entwickelte seine Fähigkeiten zur Perfektion. Seine Gottesbilder sind ein Spagat zwischen dem strengen Regelwerk buddhistischer Thangkamalerei und künstlerischer Individualität, doch genau diese Spannung ist es, die seine Götter so einzigartig, faszinierend und geheimnisvoll macht...

Otgonbayar Ershuu und die Kunst der buddhistischen Thangkamalerei
Thangkas sind kleine Rollbilder aus Baumwolle mit religiösem Ursprung. Sie wurden angefertigt zu buddhistischen Ritualen der Meditation und Götterverehrung. Heute steht der künstlerisch, handwerkliche Wert der Thangkamalerei im Vordergrund. Die kleinen Götterbilder sind in ihrer Anfertigung sehr aufwändig, verlangen vom Künstler unglaubliches technisches Können und meditative Konzentrationsfähigkeit. Besonders verbreitet ist die Herstellung von Thangkas in buddhistisch geprägten Ländern, wie Indien, Nepal, Bhutan und Tibet.
Mit dem Buddhismus erhielt die Thangkamalerei auch in die Mongolei Einzug und ist bis heute fester Bestandteil der Kunst- und Glaubenswelt. Es gibt zahlreiche Künstlerwerkstätten im ganzen Land, die sich auf die Anfertigung von Thangkas spezialisiert haben. Die kleinen werden in mehreren Arbeitsschritten unterschiedlicher Schwierigkeit hergestellt. Der letzte Arbeitsschritt obliegt dem Meister. Er zeichnet das Gesicht der Gottheit und öffnet ihm die Augen, lässt ihn „erwachen“. Die Fertigung der Gesichtspartie ist maßgebend für die qualitative Einschätzung und bestimmt somit den Wert des Bildes.
Thangkas werden auf Baumwollleinwänden angefertigt. Der Stoff wird mehrfach, beidseitig mit Leim bestrichen, damit die Farben beim Auftragen nicht verlaufen. Danach wird eine Schicht aus Kleister und weißem Pulver aufgetragen, diese wird anschließend geglättet und poliert. Bei der traditionellen Thangkamalerei werden die fertigen Leinwände nicht direkt bemalt. Das ausgewählte Design wird auf ein Skizzenblatt gezeichnet und die Umrisslinie mit feinen Löchern nach gestochen, so dass eine siebartige Oberfläche entsteht. Die durchlöcherte Zeichnung wird mit Kohlestaub oder Pulver auf die Leinwand übertragen.
Sowohl die handwerkliche Anfertigung, als auch die Ikonografie der Bilder unterliegen strengen Regeln und lassen wenig Raum zur künstlerischen Entfaltung. Daher wird der farblichen Gestaltung der Thangkas eine besondere Bedeutung beigemessen, sie verleiht dem Bild seine künstlerisch, individuelle Note. Die Farben werden aus pflanzlichen und mineralischen Stoffen gewonnen. Zuerst werden die großen Bildflächen ausgemalt, wobei mit den hellen Farben begonnen wird.
Besonders hochwertige Thangkas werden mit Farbe aus echtem Gold aufgewertet. Sie verleiht den Gottesbildern einen verzauberten Glanz. Wenn die Farben der Flächen getrocknet sind, werden Schattierungen, feine Umrisslinien, Gesichter und Augen angefertigt. Diese letzten Arbeitsschritte verlangen viel Erfahrung und perfektionierte Technik, so dass sie oftmals vom Meister persönlich ausgeführt werden müssen. Das Abschließende polieren der Bildoberfläche enthüllt die faszinierende Leuchtkraft der kleinen farbigen Gottesbilder.

OTGO’s Thangkas sind nicht aus religiösen Intentionen entstanden, viel mehr reizte ihn die Herausforderung, eine so anspruchsvolle, wie traditionelle Arbeitstechnik zu erlernen. Eine tiefe Faszination für die Anfertigungstechnik und der eigene Anspruch einer individuellen künstlerischen Umsetzung, trotz fester Regularien, weckten den Ehrgeiz des jungen Künstlers und waren der Anfang einer Jahrelangen Entwicklung auf dem Gebiet der Thangkamalerei. Seine Technik entwickelte OTGO auf langen reisen durch die Mongolei, sie sind ein Potpourri aus Erfahrung, Ausdauer und unglaublichem künstlerischem Talent.
Eine Besonderheit an OTGO’s Thangkas ist, dass er die Zeichnung direkt auf die Leinwand malt und so den Arbeitsschritt über das Skizzenblatt ausspart. Zieht man in Betracht, dass seine Bilder nur etwas größer als ein Dia sind, wird schnell klar wie detailliert, genau und perfekt der Maler arbeiten muss, um ein Bild anzufertigen. Otgonbayar Ershuu fertigte 600 Thangkas an, wobei ein Großteil der Bilder in einem einzigen Arbeitsschritt entstanden ist. Jeder Strich kann nur einmal gesetzt werden, es ist fast unmöglich Fehler zu korrigieren. Über Stunden muss der Zustand höchster Konzentration gehalten werden, ungeachtet natürlicher menschlicher Bedürfnisse oder unvorhersehbarer Störfaktoren.
Die mongolische Thangkamalerei ist entsprechend der Landestradition miniaturisiert und auch die Ikonografie wurde der vielfältigen Glaubenswelt angepasst. OTGO’s Figurenrepertoire bedient sich aus den Götterwelten des Schamanismus, des Tengerismus und des Buddhismus. Auffällig ist die meist erotisierte Darstellung der Bildthemen.
Ein Leitsatz des mongolischen Glaubens ist das Erreichen der „All – Einheit“ durch die Überwindung aller Gegensätze der realen Erscheinungswelt. Sinnbildlich für diesen Prozess steht die geschlechtliche Vereinigung zwischen Mann und Frau, die letztlich den Keim für neues Leben in sich trägt. Die Erotisierung religiöser Bildinhalte, wird, unter Berücksichtigung dieses Grundgedanken, zur natürlichen, fast selbstverständlichen Konsequenz. Otgonbayar Ershuu entnimmt seine Bildthemen und Götterfiguren traditionellen Kunstdarstellungen. Teilweise sind seine Miniaturgötter Details eines großen Gemäldes oder die malerische Interpretation einer Skulptur, immer jedoch sind sie auf seine ganz spezielle, eigene Weise individualisiert und zu echten „ OTGO’s “ geworden.
 
Otgonbayar Ershuu arbeitet bei der Herstellung seiner Thangkas mit unterschiedlichen Grundierungsfarben, um diese zu erhalten ist eine Vorbehandlung der Leinwände nötig. Die schwarze Grundierung ist eine Mischung aus schwarzem Ruß, Kreide und Wodka oder Milchschnaps. Dieser Mischung werden Pigmente aus Mineralien oder Pflanzen zugesetzt. Schließlich wird die Mixtur mit Leim aus Yakhaut gebunden und beidseitig auf die Leinwand aufgetragen. Eine Geruchsprobe an den kleinen Bildchen, verrät auch nach über zehn Jahren noch die Verwendung von Ruß und Alkohol zur Behandlung des Stoffes und verleiht den kleinen Kunstwerken ihren geheimnisvoll, antiquaren Charakter...

Martina Busch
Galerie ZURAG Berlin, 2010-2012

Ausstellung "MONGOL AYAN"
Der Maler OTGO (Otgonbayar Ershuu) ist 1981 in der Mongolei geboren. Bereits als kleine Junge beginnt er zu malen. Sein häufigstes Motiv sind die Pferde, zunächst verbildlicht in kindlichen Zeichnungen und Malereien. Die Leidenschaft am Malen trägt OTGO durch seine Schulzeit, bereits mit 15 Jahren stellt er seine Werke zum ersten Mal im Kulturpalast der mongolischen Kinder in Ulaanbaatar aus. Der Schulalltag hingegen fällt dem jungen Künstler schwer, in Schaffensperioden kommt es zu langen Fehlzeiten. Schon vor Bestehen seines Abiturs erteilt ihm die Universität in Ulaanbaatar, die sichere Zusage auf einen Studienplatz, auf Grund seiner außergewöhnlichen künstlerischen Fähigkeiten.
Von 1996 bis 1998 studiert OTGO „Traditionelle mongolische Malerei“ und erhält das Diplom als Kunstmaler. Seiner Verbundenheit der mongolischen Heimat gegenüber folgend, möchte er nun die traditionelle Miniaturmalerei erlernen. Da jedoch in diesem Genre kein Studiengang angeboten wird, begibt sich der junge Künstler in ein sechsjähriges Selbststudium. Ergebnis seines engagierten Selbststudiums, sind ca. 600 malerische Studien der Tangkamalerei, die eindrucksvoll zeigen, wie vertraut der junge mongolische Maler mit den kulturellen Traditionen seines Landes ist.
Seit 2005 lebt OTGO als freischaffender Künstler in Berlin. Neben seinem Masterstudium „Art in Context“ an der Universität der Künste, geht er konsequent seiner großen Leidenschaft der Malerei nach. Aus den erlernten traditionellen mongolischen Techniken, entwickelt der Künstler seinen eigenen unverkennbaren Stil moderner Miniaturmalerei. Lebendige, farbenfrohe Paradiesbilder, Erotika und Pferdehorden verzaubern die Bildfläche in phantasievolle Kompositionen, fesseln und fordern auf diese Welten der Miniaturmalerei zu erkunden.

Schon als Kind träumte ich bunt, von Blumen und sich tummelnden Menschen,von Leichtigkeit und Unbeschwertheit, vom Paradies.“ (OTGO)

OTGO’s Paradiesbilder sind ein Erlebnis. Tritt man zurück, ist man überwältigt von der Harmonie der Farben und dem Zusammenspiel der einzelnen Bildelemente, tritt man heran erfährt man die Einzigartigkeit des Details. Jeder Mensch, jede Blüte, jeder Pinselstrich ist einzigartig und doch verschmilzt alles wie selbstverständlich in der Harmonie einer beeindruckenden Gesamtkomposition. Der junge Künstler setzt seine Vorstellung einer paradiesischen Welt kompositorisch in Szene. Farbenfroh und ehrlich präsentiert er uns einen Traum, in dem es soviel zu entdecken gibt, dass man noch einen Augenblick verweilen möchte, obgleich man in der Ferne bereits die Pferdehufe dröhnen hört…
Laut, wild und schnell galoppieren die Pferde über die Ebenen mongolischer Landschaften, laufen auseinander wieder zusammen, tanzen in atemberaubender Geschwindigkeit über die Leinwand. Einzelne Elemente schmelzen, lösen sich auf in einem Meer aus Farben. Bunte Wellen definieren sich zu klaren Formen, hunderte, tausende von Pferden preschen feurig aus ihnen hervor und tragen einen immer weiter bis zu jenem Punkt, wo der Himmel die Erde berührt. In Tempera auf Leinwand kreierte OTGO detaillierte Gemälde von atemberaubender Filigranität, seine neusten Werke präsentieren eine ganz neue Welt seines Schaffens. In Acryl auf Leinwand komponiert der Künstler ein faszinierendes Nebeneinander aus detaillierter Miniaturmalerei und bewegter Abstraktion der Bildelemente.

„MONGOL AYAN 1“ zeigt einen aufregenden Querschnitt durch OTGO’s Tempera und Acrylgemälde.



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Uwe Ahnert
Galerist, Collection Freudenberg AG, Freudenberg - Berlin 2009

Otgonbayar Ershuu

OTGO (Otgonbayar Ershuu) wurde 1981 in Ulan-Bator geboren. Seit frühester Jugend interessierte OTGO sich für das Malen und setzte sich gegen Widerstände durch, diesen Weg professionell beschreiten zu können. Sein Talent fand schnell Beachtung und führte zu einer wirtschaftlichen Unabhängigkeit, die es erlaubte die professionelle Malerei zu vertiefen. Bereits mit 15 Jahren hatte er Einzelausstellungen, die mittlerweile beachtliche internationale Dimensionen erlangt haben und zahlreiche Auszeichnungen hervorbrachten.

In Ulan-Bator studierte er Kunst und konzentrierte seine Studien auf traditionelle Malerei und Maltechniken und Ikonografie, die in der Mongolei durch das seit Jahrtausenden bestehende Nomadentum stark beeinflusst wurde. Nicht zuletzt wegen der Notwendigkeit im Leben eines Nomaden alles auf das Auf- und Abbauen sowie den Transport hin zu optimieren, hat sich die Miniaturmalerei zu einem wichtigen Zweig der traditionellen mongolischen Kunst entwickelt. Forschungsreisen, die OTGO während des Studiums sowie nach dem Studium als Maler und Restaurator zu historischen Stätten der Mongolei führten, ließen eine große Achtung vor den traditionellen Werten und Techniken, die viele Kultur- und Politwellen überdauerten, heranwachsen.

Durch seine Studien hat OTGO die Miniaturmalerei zu einer neuen Blüte weiterentwickelt. Aus der Veränderung der Distanz des Betrachters zum Bild entfaltet sich der Bild im Bild Aufbau wie durch ein kunstvoll arangiertes Prismenteleskop, welches mit jedem Schritt, den man dem Objekt näher kommt, detaillierte Szenerien mit völlig eigenständiger Bedeutung eröffnet, hingegen den Gesamteindruck des Bildes aus der Distanz, der durch spielerischen Umgang mit Farben und Motiven, das friedvolle Nebeneinander schablonenartiger präziser Elemente stets leicht und heiter erscheinend, allmählich verdrängt und vergessen lässt. Der Betrachter stößt mit jedem Schritt auf ein neues, vielfältiges Innenleben des Bildes.

OTGO lebt und arbeitet seit 2005 in Berlin. Darüber hinaus engagiert sich OTGO in sozialen Projekten, die vor allem auf die Verbesserung der Lebensbedingungen in der Mongolei ausgerichtet sind.

Eine langjährige Arbeit von OTGO ist die "Geheime Geschichte der Mongolen" -Als Comic im Stil der mongolischen Malerei erzählt. Dieser Comic besteht aus ca. 600 Seiten, die sich in zwölf Kapitel gliedern. Jede Buchseite zeigt mehrere Bilder, so dass die Arbeit insgesamt etwa 3000 Zeichnungen umfasst. Die "Geheime Geschichte der Mongolen" wurde vor ca. 800 Jahren verfasst. Sie ist das älteste und bedeutendste Literaturwerk der Mongolen, Mythos, Epos und Chronik zugleich. Ursprünglich enthält sie keine Illustrationen. Damit diese Geschichte für alle Altersgruppen verständlicher und interessanter werden kann, entschloss er sich, den Inhalt dieses bedeutenden Werk als Mongolische Miniaturmalerei zu arbeiten. Denn für viele Menschen ist das Betrachten von Bildern einfacher als das Lesen. Ein besonders Anliegen während der Ausarbeitung des Comics war ihm, ethnische Merkmale der Mongolen sowie historische Fakten und Artefakte möglichst originalgetreu wiederzugeben. Daher bedurfte es auch in der Hinsicht ausführliche Recherchen, die ihn in verschiedene wissenschaftliche Bereiche geführt haben. Durch die Einbeziehung der Miniaturmalerei sollte etwas Charakteristisches und traditionell Mongolisches aufgegriffen werden.

1981 geboren in Ulan-Bator, Mongolei
Studium:
1996-1998 Studium: „Traditionelle mongolische Malerei“ Kunstmaler-Diplom in Ulan-Bator
1999-2005 Selbststudium „ Mongolische Miniaturmalerei“ in der Mongolei.
2007-2010 "Art in Context" Master of Arts, Institut für Kunst im Kontext, Fakultät Bildende Kunst, Universität der Künste Berlin.

Auszeichnung:
1996 Verleihung der Medaille „ Wissen“ in Gold durch die genannte Einrichtung von Kulturpalast der mongolischen Kinder, Ulan-Bator.
2004 Auszeichnung als „Bester mongolischer Volkstalent“ durch das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft der Mongolei.

Veröffentlichung:
Katalog: „Götter“ (2004)
Katalog: „Das Paradies, mit meinem Herzen gesehen“ (2004)

Sozialarbeit:
1995-2005 Mitarbeiter der Mongolischen Gesellschaft zum Kampf gegen die Armut
(Zahlreiche Kulturworkshops in der ganzen Mongolei)

Studien und Forschung:
2002-2005 Zahlreiche Studienreisen zu historische Stätten der Mongolei
(Umfangreiche Materialsammlungen und Studien zur mongolischen Kunst und Nomadenkultur sowie zur buddhistischen Kunst)

Ca. 600 Studien „Buddhismus“
Ca. 100 Studien „Die historische Entwicklung der Jurte“
Ca. 60 Studien „Formen und Schmuckelemente des mongolischen Sattels“
Ca. 50 Studien „Altes mongolisches Kunsthandwerk: Feuerstahl und Messer“
Ca. 250 Studien „Gebrauchsgegenstände aus dem Alltag der Nomaden“

Ausstellung:
1996 Erste Ausstellung im Kulturpalast der mongolische Kinder in Ulan-Bator.
2001 Ausstellung mongolischer Künstler in der deutsche Botschaft in Ulan-Bator
2007 Solo Ausstellung im Adelhausermuseum in Freiburg (14.02.-06.07.07)
2007 Solo Ausstellung im Mongoleizentrum in Freiburg (17.02.-06.07.07)
2007 Ausstellung bei der Deutsche Bank in Berlin (05.-31.10.07)
2007 Solo Ausstellung in München (09.-30.11.07)
2007 Solo Ausstellung in Örbero, Schweden (11.-28.11.07)
2009 Solo Ausstellung in Örbero, Schweden (15.-31.05.2009)
2009 Ausstellung in Konstanz, Deutschland (29.04-18.05.2009)

Beteiligung an Ausstellung:
Tokio, Japan (2001, 2002, 2004)
Wittenberge, Deutschland (Oktober 2005)
Neu-Delhi, Indien (Januar 2006)
Ensisheim, Frankreich (April 2008)
Prag, Tschechischen Republik (Mai 2008)
Amsterdam, Niederlande (Juni 2008)
Stockholm, Schweden (August 2008)
Zürich, Schweiz (August 2008)
Paris Frankreich (Okteber 2008)
Berlin, Deutschland (Dezember 2008)
Berlin, Deutschland (Dezember 2009)
Weilrod-Mauloff, Deutschland (Juni 2010)
Berlin, Deutschland (Juli 2010)
Berlin, Deutschland (August 2010)



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Dr. Eva Gerhards
Adelhauser Museum- Museum für Völkerkunde Freiburg, 2007

Otgonbayar Ershuu
Geboren 1981 in Ulan-Bator, der Hauptstadt der Mongolei. Malen faszinierte ihn seit seiner frühen Jugend. Seine Begabung wurde bald erkannt, und bereits im Alter von 15 Jahren hatte er Einzelausstellungen.

Er studierte traditionelle mongolische Malerei in Ulan-Bator. Die Stadt war als Sitz des Oberhaupts des Lamaismus in der Mongolei gegründet worden und beherbergt das berühmteste buddhistisch- lamaistische Kloster des Landes, das Gandan-Kloster. Während seines Hochschulstudiums schuf Otgonbayar Ershuu fast vierhundert Bilder.   
Nach dem Studium beteiligte er sich als Maler und Restaurator an mehreren Forschungsreisen zu den historischen Stätten der Mongolei. In den buddhistisch- lamaistischen Klöstern studierte er eingehend die verschiedenen Techniken und die Ikonografie der Miniaturmalerei sowie deren spirituelle Hintergründe. 

Seit 1998 lebt er als freier Künstler. Zu seinem Schaffen gehören neben freien künstlerischen Arbeiten auch mehr als sechshundert sogenannte „Forschungsbilder“, darunter die in dieser Webseite gezeigten Miniaturen.  

Die ethische Haltung des Malers wird profiliert durch seine Mitarbeit in der „Mongolischen Gesellschaft für den Kampf gegen die Armut“ (1995-2005) und anderen Projekten der Sozialarbeit. Auf künstlerischer Ebene reflektiert sich sein Wunsch, Beiträge zum geistigen Fundus seines Volkes zu leisten, in der Fertigung von Miniaturbildern mit Götterdarstellungen, die für viele Menschen Gegenstand der Anbetung und Grundlage der meditativen Andacht sind.  
Für seine Arbeit erhielt Otgonbayar Ershuu diverse Preise und Auszeichnungen,  darunter die Goldmedaille „Wissen“ vom Kulturpalast der mongolischen Kinder (1996) und die Auszeichnung  „Bestes Volkstalent der Mongolei“ (2004). 

Außerhalb der Mongolei wurden seine Werke durch Ausstellungen in Tokio (Japan) Berlin, München, Freiburg, Konstanz (Deutschland) Stockholm, Örebro (Schweden) Ensisheim (Frankreich) Prag (Tschechischen Republik) und Amsterdam (Niederlande) bekannt.



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Åsa Jonsén
Rezension in der Zeitung "Nerikes Allehanda" vom 17.11.2007 (in Örebro, Schweden)

Eine der spannendsten Ausstellungen dieses Jahres
Kunst
Konstfrämjandet
Otgonbayar Ershuu
(bis den 28. November 2007)

Es ist nur Konstfrämjandet zu einer der spannendsten Ausstellungen des Jahres zu gratulieren. Otgonbayar ist in der Mongolei geboren und aufgewachsen, aber wohnt jetzt in Berlin. Er ist jung, im Jahre 1981 geboren, hat doch schon mehrere eigene Ausdrücke entwickelt. Er geht von der mongolischen Miniaturmalerei aus, die schon im dreizehnten Jahrhundert die Kunst in anderen Teilen der Welt beeinflusste, und er nimmt sich der Tradition gut an.

Man kann sich nicht für die Farbenexplosion vorbereiten, die man beim Eintreten in die Ausstellungshalle begegnet. Starke, klare Farben, die sich nicht darüber schämen auf eine völlig nicht-abendländische Weise umzugehen, vibrieren gegen einen schwarzen Hintergrund. Das Thema mit den meisten Variationen heisst „Paradise“, und zweifellos scheint es wie ein Paradies mit allen Blumen und Vorführungen der erotischen Kunst. Und es ist nicht nur die Menge von Blumen, die für die Lust steht; die Blumenmuster selbst geben ein lustbetontes, feuriges, passioniertes Gefühl. Das Herz schlägt ein wenig härter, und man bekommt rote Backen, der Schnee heult draussen, aber drinnen klopft es warm.

Bisweilen schlägt seine Kunst in das fast Groteske um, als wenn das Bild von Menschen so voll ist, dass sie auf einander zu essen beginnen. Ganze Arme verschwinden in den Mund eines anderen Menschen, Mengen von Menschen schlängeln sich dicht umeinander, und man kann entweder an der Übervölkerung assoziieren, oder an einer globalen Orgie die zugrunde geht.

Viele von den Bildern gewinnen darauf von mehreren verschiedenen Weiten betrachtet zu werden. Mit der Nase beispielsweise gegen die „Roaring hooves“ sieht man die Hunderte von kleinen, kleinen Pferden in klaren Temperafarben die zusammen galoppieren, ein paar Schritte rückwärts bekommt das Bild fast abstrakte Forme, wo die Farben das wichtigste sind, und mehrere Meter davon sieht man wie die verschiedenen Gruppen Silhouetten von anderen Pferden darstellen. Oder sind sie sogar andere Tiere?

Er zeichnet auch Pferde mit einem unerhört sicheren Bleistift. Manchmal beinahe wie ein Comicheft, manchmal Teenager romantisch, manchmal grotesk, manchmal stark und schön. Es ist auch nicht erstaunlich, dass er so ein Gefühl für Pferde hat, die Mongolei ist trotz allem für ihre Wildpferde bekannt.

Man verlässt die Ausstellung mit einem Gefühl von Verspieltheit und Aufgeräumtheit. Die Farben widerhallt gegen die Netzhaut und das graue Örebro fühlt etwas weniger grau.

(Übersetzung Elisabeth Hellman)


Zeitungsartikel in Örebro, Schweden 2007 über Otgonbayar Ershuu
Rezension in der Zeitung "Nerikes Allehanda" vom 17.11.2007 (in Örebro, Schweden)



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otgo for presse
photo for Press (by Heinz Schuster)

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OTGO
Berlin 2015

Mongol ulsiin hamgiin anhnii yurunhiilugch Punsalmaagiin Ochirbat, Монгол улсын анхны ерөнхийлөгч Пунсалмаагийн Очирбат, The first President of Mongolia Ochitbat Punsalmaa, Der erste Staatspräsident der Mongolei Punsalmaagiin Ochirbat
Punsalmaagiin Ochirbat
Der erste Staatspräsident der Mongolei
Berlin 2007

Aav eej bi
Eltern
Ulaanbaatar 2010

Jochim Gauck, Präsident der Bundesrepublik Deutschland, und OTGO art, Schloss Bellevue Berlin, 29.03.2012
Joachim Gauck
Präsident der Bundesrepublik Deutschland
Berlin 2012

Tsakhia Elbegdorj, Präsident der Mongolei, und OTGO art, Schloss Bellevue Berlin, 29.03.2012
Tsakhia Elbegdorj
Präsident der Mongolei
 Berlin 2012

Daniela Schadt, Lebensgefährtin des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck, und OTGO art, Schloss Bellevue Berlin, 29.03.2012
Daniela Schadt
Lebensgefährtin des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck, Berlin 2012

Norbert Lammert, the President of the Bundestag, the German parliament, Galbaatar Tuvdendorj, Ambassador of Mongolia, Federal Republic of Germany 2006 Berlin
Dr. Norbert Lammert
Der Präsident des Deutschen Bundestages
 
Dr. Galbaatar Tuvdendorj
Botschafter der Mongolei, Bundesrepublik Deutschland
Berlin 2006

Junaigiin Chimeg, Tuvdendorjiin Galbaatar, elchin said

Chimeg Junai,
Dr. Galbaatar Tuvdendorj
Botschafter der Mongolei, Bundesrepublik Deutschland
Berlin 2006

Eduard Oswald, Vice President of the German Bundestag
 Eduard Oswald
Vizepräsident des Deutschen Bundestags
Berlin 2012

Peter Zimmermann, Oyunchimeg Badarch und Batbileg Chuluunbaatar
 Peter Zimmermann
Oyunchimeg Badarch
Batbileg Chuluunbaatar

Galerie Peter Zimmermann
Mannheim 2014


Luvsanvandan Bold und Otgo, Galerie ZURAG Berlin 2012
Luvsanvandan Bold
Der Verteidigungsminister der Mongolei
Berlin 2012

Mongol ulsiin ih hurliin geshuun S. Oyunii hamt 2010 
Sanjaasurengiin Oyun
Mitglied des Parlaments der Mongolei
Ulaanbaatar 2010


Cornelia Pieper, in beim Bundesminister des Auswärtigen, Berlin 2013
 
Cornelia Pieper
Staatsministerin beim Bundesminister des Auswärtigen, Berlin 2013

Chuka bagsh
S.Chuluuntsetseg
Kunstlehrerin, Ulaanbaatar 2012


Jargalsaikhan Demberel
 Prof. Jargalsaikhan Demberel
Der Beste Künstler der Mongolei
Ulaanbaatar 2004

Lkhagvasuren Bavuu
Lkhagvasuren Bavuu
Der Beste Schriftsteller der Mongolei
Berlin 2011

Dr.Rolf Lauter Berlin

Dr.Rolf Lauter
Kurator, Kunstgeschichte
Berlin 2014

Chu Boldbaatar

Prof. Dr. Boldbaatar
Chultem
Kunstkritiker, Leiter der Kunst Studium an der
Nationalen Universität der Mongolei
 Mongolei 2014


Bat-Erdene, Ganchimeg, LauterBat-Erdene Dashdemberel Der Verteidigungsminister der Mongolei
G.Ganchimeg

Dr. Rolf Lauter
Berlim 2014


President of Mongolia, Elbegdorj Tsakhia
Elbegdorj Tsakhia
Der Staatspräsident der Mongolei
Berlin 2010

Urna Chahar-Tugchi und Renate Bauwe 
Urna Chahar-Tugchi
Künstlerin, Sängerin
Dr. Renate Bauwe
Mongolistin und Literaturübersetzerin
Berlin 2012


Prof. Bernhard Wulff, Cultural Ambassador of Mongolia, 2006 Berlin
Prof. Dr. Bernhard Wulff
Kultur Botschafter der Mongolei
Berlin 2006

Gombojav Zandanshatar, der Minister für auswärtige Angelegenheiten und Handel der Mongolei und OTGO art, Schloss Bellevue Berlin, 29.03.2012
Gombojav Zandanshatar
Minister für auswärtige Angelegenheiten und Handel der Mongolei, Berlin 2012

Bolormaa Luvsandorj

Bolormaa Luvsandorj
Mongolei 2014

Undrakh and Gurbazar
Undrakh
Gurbazar
Shagdarsuren
Schriftsteller
Mongolei 2014

Puntsag Tsagaan und OTGO art, Schloss Bellevue Berlin, 29.03.2012
Puntsag Tsagaan
Berlin 2012

agi art
Altansukh Demberel
Künstler
Bulgan  Mongolei 2002

Erich Rauschenbach
Erich Rauschenbach Künstler,  Berlin 2011

Martina Busch, Torsten Gebhardt und Otgonbayar Ershuu
Martina Busch
Kunstwissenschaftlerin
Torsten Gebhardt
Künstler, Berlin 2011


E.Otgonbayar & G.Badamsambuu
Badamsambuu Gendenjamts
Journalist
Berlin 2011

Turburam
Turburam Sandagdorj
Künstler, Ulaanbaatar 2001

choijilsuren
Jiří Nekvasil
Botschafter der Tschechischen Republik in der Mongolei
B.Choijilsuren
Präsident der Mongolischen Gesellschaft für den Kampf gegen die Armut, Ulaanbaatar 2004

Odrech Sommer & Oyuntsetseg
Oldřich Sommer
Consul, Botschaft der Tschechischen Republik in der Mongolei
B. Oyuntsetseg
Vizepräsident der Mongolischen Gesellschaft für den Kampf gegen die Armut, Ulaanbaatar 2004

Eberhard Teufel
Eberhard Teufel
Berlin
2013

Tsatsaa, Tsogtbayar, Zaya

Künstler
Tsatsralt Sereeter
Tsogbayar Samandar
Zayasaikhan Sambuu
Ulaanbaatar
2014

Otgonbayar Ershuu & Tobias Wulff
Tobias Wulff  Filmemacher, Berlin 2011





HUN Ausstellung - Gallery ZURAG Berlin 2012


ZURAG Film im mongolischen staatlichen Fernsehen auf Mongolisch 2011 Ulan-Bator
(Original record from the MNB broadcast)

Mongolische Kunst